Asset Allocation: Rebalancing

 

Die einfachste Methode antizyklisch zu investieren wird als Rebalancing bezeichnet. Dabei wird als Ergebnis der Mandantenanalyse eine grundsätzliche Aufteilung des Kapitals in verschiedene Anlagen vorgenommen. Diese Aufteilung soll während der gesamten Anlagedauer beibehalten werden. Da die verschiedenen Kapitalanlagen sich im Wert aber unterschiedlich entwicklen verändert sich diese Gewichtung ständig.

Beim Rebalancing wird deshalb in festgelegten Zeiträumen, beispielsweise jährlich, durch Umschichtungen die veränderte Verteilung wieder auf die Ursprungsverteilung zurückgeführt.

Ein einfaches Beispiel soll dies verdeutlichen: am 01.01.1989 wurde ein Depot mit vier verschiedenen Fonds eingerichtet und es wurden jeweils genau 25% des investierten Kapitals in die vier Fonds Allianz-dit Europazins, DWS-Re-Inrenta, FMM-Fonds und Templeton Growth angelegt. Die ersten beiden Fonds sind reine Rentenfonds einmal mit dem Fokus auf Europa, einmal weltweit orientiert, die beiden letzten Fonds sind reine Aktienfonds, der FMM in der Fondswährung Euro (ursprünglich DM), der Templeton in der Fondswährung US-Dollar.

Wäre dieses Depot bis zum 31.12.2008 unverändert geführt worden, dann läge die Durchschnittsrendite (trotz Börsencrash 2008) bei 7,21% pro Jahr, die Rendite der vier Fonds würde sich aber deutlich unterscheiden: Allianz-dit Europazins mit 6,49% p.a., DWS-Re-Inrenta 5,97% p.a., FMM-Fonds 9,20% p.a. und Templeton Growth 6,59% p.a.

Entsprechend wäre die Verteilung im Depot zum Jahreswechsel 2008/2009 nicht mehr gleichgewichtet 25% je Fonds sondern Allianz-dit Europazins mit 21,85%, DWS-Re-Inrenta 19,81%, FMM-Fonds 36,10% und Templeton Growth 22,24%.

Wenn dieses Depot jeweils zum Jahreswechsel mit dem Rebalancing jeweils wieder auf die Ursprungsverteilung zurück geführt worden wäre, dann wären immer bei den Fonds, die im vorhergehenden Jahr sehr erfolgreich gewesen wären Anteile verkauft worden und dafür Anteile von den Fonds gekauft worden, die schlechter gelaufen waren.

Somit wurden nach jedem Jahr in den erfolgreichen Fonds Gewinne realisiert und antizyklisch in die schlecht gelaufenen Fonds reinvestiert.

In der Grafik der beiden Depotentwicklungen ist zunächst kein großer Unterschied im Ergebnis zu erkennen:

Vergleich Rebanlancing jährlich

Die blaue Linie des Depots mit Rebalancing hat geringere Schwankungen als die rote des unveränderten Depots und offensichtlich reagiert das Depot mit Rebalancing auf starke Kursrückgänge deutlich weniger. Insgesamt ist das Ergebnis mit Rebalancing besser.

Wie viel dies konkret ausmacht, zeigt die nachfolgende Tabelle deutlich:

Zeitraum: 01.01.1989 bis 31.12.2008

Rendite p.a.

Volatilität

kumuliertes Ergebnis

Mehrertrag bei 100.000 €

Unverändertes Depot

7,21%

8,86%

402,61%

 

Rebalancing jährlich

7,58%

7,82%

431,45%

      28.840 €

Durch das Rebalancing wurde zwar “nur” ein jährlicher Renditevorteil von 0,37 Prozentpunkte erreicht, allerdings sank das Risiko trotz der höheren Rendite um 1,04 Prozentpunkte. Im Gesamtergebnis über 20 Jahre sieht man allerdings was dieser scheinbar geringe jährliche Renditevorteil ausmacht: durch den Zinseszinseffekt ist das Gesamtergebnis um mehr als 28% besser. Für eine Anlagesumme von 100.000 € macht dies einen Mehrertrag von über 28.000 € aus!

Somit kann durch die einfache Maßnahme des Rebalancing die Rendite einer langfristigen Anlage bei verringertem Risiko erhöht werden.

Der Effekt wird noch größer, wenn Anlageklassen mit stark schwankenden Kursen, beispielsweise Rohstoffe, und Sachwerte wie Schiffsfonds und Immobilien einbezogen werden. Werden zusätzlich in den Assetklassen mit hohen Schwankungen auch regelmäßig die Zielinvestments überprüft und entsprechend ausgetauscht, dann kann die Rendite noch stärker erhöht werden.

Ich freue mich auf Ihre Anfrage per Telefon +49 (0)7661 98 96 00 oder
per Email an
finanzplanung@engesser-online.de