Finanzplanung

 

Warum wollen Sie eigentlich Geld anlegen?Geldscheine

Auch wenn diese Frage auf den ersten Blick unsinnig erscheint, sie ist die Kernfrage eines finanzplanerischen Anlagekonzeptes.
Der Grund hierfür ist ganz einfach: es gibt nicht die für jeden absolut beste Anlageform oder Mischung verschiedener Anlagen.

Das passende Anlagekonzept muss für jeden Anlegern entsprechend seinen individuellen Bedürfnissen erstellt werden.

 

Grundlage jeder Anlagestrategie ist deshalb die individuelle Anleger-Analyse:

Deshalb muss der Finanzplaner folgende Fragen klären:

Aus diesen Angaben kann die zur Zielerreichung notwendige Rendite berechnet werden und daraus anhand historischer Daten das voraussichtlich einzugehende Risiko.

Strategiegrafik

Ein seriöser Finanzplaner überprüft dann, ob dieses für die anzustrebende Rendite notwendige Risiko im Einklang steht mit der subjektiven Risikobereitschaft des Anlegers und vor allem mit seiner objektiven Risikofähigkeit.Risikoarten

Die subjektive Risikobereitschaft ist dabei die vom Anleger selbst geäußerte Verlustbereitschaft, die relativ einfach abzufragen ist: “Wenn Sie 100.000 € anlegen, ab welcher Verlusthöhe würden Sie spätestens aussteigen; bei 10.000 €, 20.000 €,...”

Die objektive Risikofähigkeit muss der Finanzplaner aus der aktuellen Situation des Anlegers ableiten und dabei verschiedene Szenarien durchspielen, beispielsweise welche Auswirkungen haben Arbeitslosigkeit, Heirat, Geburt von Kindern, Scheidung usw.auf die Anlegersituation.

Grundsätzlich sollte immer der niedrigere Wert aus subjektiver Risikobereitschaft und objektiver Risikofähigkeit gewählt werden.

Jeder Finanzplaner muss ein besonderes Augenmerk auf das Risiko seines Anlagevorschlages legen, da Verluste die Anlageziele besonders bei kurzem Zeithorizont gefährden. Es erfordert einen hohen Aufwand, entstandene Verluste wieder auszugleichen, dies verdeutlichen die beiden nachfolgenden Grafiken:

 Verlustchart Verlusttabelle

Dies bedeutet aktuell beispielsweise, dass ein Anleger der 2008 ausschließlich in einem DAX-ETF investiert war in 2008 Verluste von etwa 40% hinnehmen musste. Dieser Anleger benötigt einen DAX-Zuwachs von 67%, um wieder auf sein Ursprungskapital zu kommen.

Ein weiterer wichtiger Faktor in jeder Finanzplanung ist die konkrete Liquiditätsplanung. Zu den vorgegebenen Zeitpunkten muss das notwendige Kapital vorhanden sein. Beispielsweise bei Fälligkeit eines Darlehens, beim Eintritt in den Ruhestand, zum Ausbildungsbeginn eines Kindes.

Ein solcher vorgegebener Liquiditätsbedarf schränkt die objektive Risikofähigkeit zumindest für den hierfür benötigten Kapitalbetrag stark ein. Hier muss zugunsten der Liquidität in der Regel auf Rendite verzichtet werden.

Wichtig ist es, das finanzplanerische Konzept regelmäßig, möglichst jährlich, zu überprüfen, da sich die Lebenssituation jedes Anlegers ständig verändern kann. Finanzplanung ist keine einmalige Aktion sondern ein lebenslanger Prozess. Im Rahmen der Überprüfung des Konzeptes kann dann auch das sinnvolle Rebalancing der Kapitalanlagen durchgeführt werden.

Fazit:
Finanzplanung ist ein seriöses, mathematisch-methodisches Vorgehen und kein Glücksspiel! Der Erfolg einer Strategie sollte daran gemssen werden, ob die vorgegebenen Ziele bei angemessenem Risiko erreicht wurden. Es spielt dabei keine Rolle, ob es vielleicht rentablere Anlageformen gegeben hätte.

Dies müssen viele Anleger erst noch lernen, die immer auf der Suche nach der Maximalrendite sind. Erfahrungen wie der Börsencrash 2008 können dabei hilfreich sein, aber auch viel Geld kosten.

Deshalb ist es sinnvoll, sich bei Kapitalanlagen von unabhängigen, erfahrenen, kompetenten und seriösen Profis helfen zu lassen.

Nutzen Sie gute Spezialisten auch für Ihre Kapitalanlagen, wie dies für viele andere Lebensbereiche üblich ist. Schließlich gehen Sie bei einer Erkrankung auch zum Arzt als Spezialisten für Ihre Gesundheit und versuchen nicht, sich das zur Heilung notwendige Wissen selbst anzueignen.

Die Rolle Ihres Finanzplaners für Sie und Ihre Finanzen lässt sich grafisch wie folgt darstellen:

FP-Kompetenz 1

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